Hund alleine lassen: Wie lange ist okay?
Die Kurzantwort steht gleich unten. Danach geht es um Welpen, Senioren, Training, Stresszeichen und den Fall, an den kaum jemand denkt.
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Kurzantwort
Ein erwachsener Hund sollte nicht länger als vier Stunden am Stück allein bleiben. Das empfehlen VIER PFOTEN und Dogs Trust. Eine gesetzliche Höchstzeit gibt es nicht. Die Tierschutz-Hundeverordnung, § 2 verlangt aber, dass ein Hund mehrmals täglich ausreichend Umgang mit der Person hat, die ihn hält. Welpen schaffen deutlich weniger.
| Hund | Richtwert am Stück |
|---|---|
| Welpe unter 10 Wochen | 1 Stunde (AKC) |
| Welpe, 10 bis 12 Wochen | 2 Stunden (AKC) |
| Welpe, 3 bis 6 Monate | so viele Stunden wie Monate, also 3 bis 6 (AKC) |
| Erwachsener Hund | höchstens 4 Stunden (VIER PFOTEN, Dogs Trust) |
| Senior | keine feste Zahl in den Quellen, Details unten |
Die Quellen sind sich nicht einig. Der amerikanische Hundeverband AKC hält bei erwachsenen Hunden sechs bis acht Stunden für die Grenze, vor allem wegen der Toilettenpause. VIER PFOTEN und Dogs Trust nennen vier Stunden. Plane lieber nach der kürzeren Zahl.
Welpe, erwachsener Hund, Senior
Welpen
Ein junger Hund muss das Alleinsein erst lernen, und seine Blase hält noch nicht lange. Die AKC-Werte in der Tabelle oben gelten als Obergrenze, nicht als Ziel. Dazu kommt eine Pflicht für dich: Nach der Tierschutz-Hundeverordnung, § 2 brauchen Welpen bis zur 20. Lebenswoche mindestens vier Stunden Umgang pro Tag. Das ist Zeit mit dir, nicht Zeit allein.
Der Deutscher Tierschutzbund empfiehlt, den Welpen von Anfang an täglich kurz allein zu lassen, damit er das als normal einordnet.
Erwachsene Hunde
Vier Stunden am Stück sind der Richtwert. Der Deutscher Tierschutzbund weist darauf hin, dass stundenlanges Alleinsein dem natürlichen Bedürfnis des Hundes nach sozialem Kontakt widerspricht. Arbeitest du länger, empfiehlt Dogs Trust, dass jemand zwischendurch vorbeischaut oder der Hund in die Hundetagesstätte geht.
Senioren
Für ältere Hunde nennt keine der genannten Quellen eine feste Stundenzahl. Alter, Gesundheit und Medikamente können die Zeit verkürzen. Frag deine Tierarztpraxis, wie lange dein Hund durchhält, und plane lieber eine Pause mehr ein.
Alleinbleiben üben
Ein Hund lernt das Alleinsein in kleinen Schritten. Dogs Trust empfiehlt diesen Weg:
- Gib ihm einen festen Platz, zum Beispiel ein Körbchen oder eine Höhle, und übe, dass er sich dort ruhig hinlegt, während du etwas anderes tust.
- Trenne euch zu Hause: Mit einem Kindergitter in der Tür bleibt er kurz in einem Raum, du im anderen.
- Gib ihm ein Kauspielzeug oder ein Futterspielzeug, das lange beschäftigt.
- Verlängere die Zeit langsam, erst im Haus, dann außerhalb.
- Mach Kommen und Gehen unspektakulär. Kein großer Abschied, keine große Begrüßung.
Bleibt dein Hund ohne deutlichen Protest wie Jaulen, Unsauberkeit oder Zerstörungswut allein, belohnst du ihn bei deiner Rückkehr (Deutscher Tierschutzbund). Eine Kamera zeigt dir, wie er die Zeit wirklich verbringt (AKC).
Woran du Stress erkennst
Dogs Trust nennt diese Zeichen: Hecheln, Hin- und Herlaufen, Gähnen ohne Müdigkeit, Lippenlecken, Jaulen oder Bellen, Pinkeln in der Wohnung und Zerstörung von Gegenständen.
Siehst du das, verkürze die Zeit allein und steigere sie langsamer. Bei starker Trennungsangst hilft eine erfahrene Hundetrainerin oder ein Hundetrainer. Eine Übersicht dazu gibt Dogs Trust.
Was du vorbereitest, bevor du gehst
- Spaziergang: Geh vorher lange mit ihm. So kann er sich lösen und ist müde (Dogs Trust).
- Wasser: Frisches Wasser steht immer bereit (Dogs Trust).
- Beschäftigung: Ein langlebiger Kauartikel oder ein Futterspielzeug (Dogs Trust).
- Geruch: Ein altes Kleidungsstück von dir im Körbchen (Dogs Trust).
- Sicherer Raum: Räume Kabel, Medikamente, Reiniger und giftige Pflanzen weg. Lass ihn in einem Bereich, den er kennt.
- Temperatur: Der Raum soll im Sommer nicht aufheizen und im Winter nicht auskühlen. Lass ihn nie im geparkten Auto.
Und wenn du nicht zurückkommst?
Alle Zahlen oben setzen voraus, dass du wiederkommst. Bei einem Unfall, im Krankenhaus oder nach einer Ohnmacht weiß niemand, dass zu Hause ein Hund allein auf dich wartet. Nach vier Stunden ist er schon an der Grenze. Danach zählt jede Stunde.
Drei Dinge lösen das:
- Helfer mit Schlüssel. Mindestens eine Person, die deinen Hund kennt und in die Wohnung kommt. Besser zwei oder drei, damit immer jemand erreichbar ist.
- Notfallkarte im Portemonnaie. Findet dich jemand, weiß er, dass dein Hund allein ist, und wen er anrufen soll. PawSafe erstellt die Karte als PDF mit bis zu vier Nummern in der Reihenfolge zum Anrufen. Mehr dazu: Notfallkarte fürs Haustier.
- PawSafe als automatisches Netz. Du startest den Timer, wenn dein Hund allein bleibt. Meldest du dich nicht zurück, informiert PawSafe deine Helfer nacheinander. Sagt einer "Ich helfe", erfährst du es sofort, und die anderen müssen nichts mehr tun. App-Mitteilungen sind kostenlos. SMS und WhatsApp gibt es mit einem optionalen Abo.
Wie du alles für einen Krankenhausaufenthalt regelst, steht in Krankenhaus: Wer versorgt mein Tier?. Und wenn du eine Katze hast: Katze alleine lassen.
Quellen
- Tierschutz-Hundeverordnung, § 2 (gesetze-im-internet.de)
- VIER PFOTEN: Rückkehr an den Arbeitsplatz
- Deutscher Tierschutzbund: Die Haltung von Hunden (PDF)
- Deutscher Tierschutzbund: Ein Hund aus zweiter Hand (PDF)
- Dogs Trust: Help your dog get used to spending time alone (Englisch)
- AKC: How long can you leave a puppy alone? (Englisch)
Häufige Fragen zum Alleinsein von Hunden
Wie lange darf ein Hund alleine bleiben?
Als Richtwert gelten höchstens vier Stunden am Stück, so VIER PFOTEN und Dogs Trust. Das Gesetz nennt keine feste Zeit. Die AKC hält bei erwachsenen Hunden sechs bis acht Stunden für die Grenze. Plane nach der kürzeren Zahl.
Wie lange darf ein Welpe alleine bleiben?
Die AKC nennt eine Stunde unter 10 Wochen, zwei Stunden mit 10 bis 12 Wochen und danach etwa so viele Stunden wie der Welpe Monate alt ist. Nach der Tierschutz-Hundeverordnung, § 2 braucht ein Welpe bis zur 20. Lebenswoche außerdem mindestens vier Stunden Umgang pro Tag.
Gibt es ein Gesetz, das die Zeit allein festlegt?
Eine Höchstzeit steht nicht im Gesetz. Die Tierschutz-Hundeverordnung, § 2 verlangt, dass ein Hund mehrmals täglich in ausreichender Dauer Umgang mit der Person hat, die ihn hält.
Kann ich meinen Hund acht Stunden alleine lassen?
Das liegt über dem Richtwert von vier Stunden. Dogs Trust rät bei längerer Abwesenheit, dass jemand vorbeischaut oder der Hund in die Hundetagesstätte geht.
Woran erkenne ich, dass mein Hund beim Alleinsein leidet?
Dogs Trust nennt Hecheln, Hin- und Herlaufen, Gähnen ohne Müdigkeit, Lippenlecken, Jaulen, Pinkeln in der Wohnung und Zerstörung. Bei starker Trennungsangst hilft eine erfahrene Hundetrainerin oder ein Hundetrainer.
Wie bringe ich meinem Hund bei, allein zu bleiben?
Fang zu Hause an: fester Platz, kurze Trennung durch ein Kindergitter, ein Kauspielzeug, dann langsam mehr Zeit. Kommen und Gehen bleiben unspektakulär. Belohne ihn, wenn er ruhig geblieben ist.
Wer versorgt meinen Hund, wenn mir etwas zustößt?
Nur Menschen, die davon erfahren. Gib mindestens einer Person einen Schlüssel, trage eine Notfallkarte bei dir und nutze PawSafe. Meldest du dich nach Ablauf des Timers nicht zurück, informiert PawSafe deine Helfer nacheinander.